Green Deal Europe – Chancen und Potenzial

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Judith Hermetter
CMO
17. August 2021
Der Green Deal der EU ist in aller Munde, aber was heißt er konkret für österreichische Unternehmen? Werner Kössler ist CSR-Experte und Nachhaltigkeitsberater mit langjähriger Erfahrung – und er ist für Glacier im Beirat für Nachhaltigkeitsthemen zuständig. In diesem Beitrag erklärt er uns die wichtigsten Punkte des Green Deal.

Worum geht es?

Der „Grüne Deal“ ist die neue Wachstumsstrategie für die EU. Sie soll die EU auf einen Weg hin zu einer klimaneutralen, fairen und wohlhabenden Gesellschaft mit einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft bringen.
Die EU verpflichtet sich im Green Deal, bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Österreich setzt sich dieses Ziel gemäß dem Regierungsprogramm 2020–2024 sogar schon bis 2040.

Werner Koessler

Märkte, Unternehmen und deren Geschäftsmodelle werden sich grundlegend verändern, denn die Verwirklichung dieses Ziels erfordert einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel in Europa.


Werner Kössler, CSR-Experte und Nachhaltigkeitsberater

Märkte, Unternehmen und deren Geschäftsmodelle werden sich grundlegend verändern, denn die Verwirklichung dieses Ziels erfordert einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel in Europa. Er muss kosteneffizient, gerecht, sowie sozial ausgewogen vollzogen werden. Dies birgt viele Chancen für Unternehmen, die sich proaktiv mit den Themen befassen und Lösungen anbieten. Eine dieser Lösungen ist Glacier’s Carbon Manager (kurz: CARMA), der Unternehmen auf ihrer CO2-Reduktionsreise unterstützt. Hier kannst du das digitale Tool unverbindlich und kostenlos testen.

Doch wie will man diese ambitionierten Ziele der Europäischen Kommission konkret erreichen?

Anfang 2020 wurden erste Vorschläge zur Finanzierung des Green Deal vorgestellt. Mit dem „Investitionsplan für ein zukunftsfähiges Europa“ („Sustainable Europe Investment Plan“, kurz SEIP) möchte die EU-Kommission zwischen 2021 und 2030 öffentliche und private Investitionen in Klimaprojekte von „mindestens einer Billion Euro“ ermöglichen. Entsprechend stellt man auch für österreichische Unternehmen über diverse Förderschienen Geldmittel zur Verfügung. Eine Übersicht über aktuelle Förderungen findest du hier.

Hier geben wir dir einen Einblick in die wichtigsten Punkte des Green Deal. Insgesamt sind es zehn. In diesem Blog stellen wir die ersten beiden vor. Die übrigen folgen in Kürze:

1. Ein „klimaneutrales“ Europa

In der Praxis bedeutet dies, dass man die Klimaziele der EU aktualisiert. Bis 2030 sollen die Mitgliedsstaaten die Treibhausgase der Europäischen Union um mindestens 55 % unter den Wert von 1990 senken. Jede Maßnahme, die einen positiven Beitrag dazu leistet, hat das Potenzial zur Vermarktung. Dies bietet für viele bestehende Unternehmen, aber vor allem auch für „Greentech-Start-ups“, große Chancen. Vorreiter-Unternehmen erhalten damit einen klaren Wettbewerbsvorteil. Einen aktuellen Überblick über die Szene bietet die Climate Tech Landscape, die gemeinsame Initiative des Green Tech Clusters und Glacier. Die Landkarte stellt erstmals dar, wie die österreichische Start-up-Szene im Climate-Tech-Bereich aufgestellt ist. Österreichweit erfasst sie 150 Climate-Tech-Start-ups, die durch innovative Technologien einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

2. Kreislaufwirtschaft für nachhaltige Produktionspolitik:

Laut dem aktuellen „Circularity Gap Report 2020“ verwerten wir nur 8,6 % aller verwendeten Rohstoffe wieder. 91,4 % setzen wir demnach ausschließlich linear ein. Setzen wir die Kreislaufwirtschaft um, könnten wir global bis zu 39 % an CO2-Emissionen einsparen. In der Praxis bedeutet das, dass Vorschriften, wie Dinge herzustellen, zu verwenden und zu entsorgen sind, eine Verbesserung bringen würden. Wir sollten weniger Materialien verbrauchen und außerdem sicherstellen, dass Produkte wiederverwendet und recycelt werden können. Als Vorreiter ist hier beispielsweise das Reparatur- und Service-Zentrum R.U.S.Z zu nennen. Es schont Ressourcen durch Reparatur und Re-Use von elektrischen und elektronischen Geräten. Das R.U.S.Z ist ein Social Business und neben seinem Tagesgeschäft als Anbieter seriöser Reparaturen ein Zentrum für Konsument*innenschutz und Nachhaltigkeit. Es ist der bekannteste unabhängige Reparaturbetrieb für Elektrogeräte in der EU. Das Unternehmen betreibt das größte Re-Use-Zentrum Österreichs für Haushaltsgroßgeräte und bietet wöchentlich ein Reparatur-Café an.

Im zweiten Teil der Blogbeiträge zum Thema „Green Deal“ stellt Werner Kössler die Punkte „Gebäude und Renovierung“, „Keine Umweltverschmutzung“, „Ökosysteme und Biodiversität“ sowie „Vom Hof auf den Tisch“ vor. Um über die neuen Beiträge schnellstens informiert zu werden, melde dich ganz einfach hier in ein paar Klicks für unsere Newsletter an.


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Photo by Christian Lue on Unsplash
Flag of the European Union in front of the EU-Parliament in Brussels, Belgium

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