Das Klimawandel 1×1

Nil USGS
Magdalena Wallis
Community Managerin
05. Juli 2021
Was passiert, wenn nichts passiert, gab’s früher nicht auch heiße Tage – und wie war das mit dem Treibhauseffekt nochmal? Klimaexperte Marcus Wadsak klärt auf und liefert Fakten gegen Fake und Fiktion.

Die letzte Eiszeit war nur um 5 Grad kälter als heute. Das zeigt, wie verheerend ein paar Grad für Pflanzen, Tiere und Menschen sind. Hatte man damals 10.000 Jahre Zeit, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen, erwärmt sich die Erde heute zwanzig Mal so schnell. Der Temperaturanstieg war in den vergangenen Jahren besonders stark zu beobachten. Das zeigte Marcus Wadsak, Meteorologe und ORF-Wettermann, in Session 3 der Climate Ranger Academy „Klimawandel 1×1“.

2018 war ein ungewöhnlich warmes Jahr. 1,8 Grad wich die Temperatur im Schnitt vom Jahresmittel ab. Im Juni 2019 waren die Temperaturen gar so hoch wie nie zuvor – auch nicht in den heißen Monaten Juli oder August. Dass sich das Wetter zuletzt massiv veränderte, zeigt auch der historische Vergleich. Meteorologen wie Wadsak greifen auf 250 Jahre Wetteraufzeichnungen zurück – und stellen fest, dass neun der zehn wärmsten Sommer in Österreich in die 2000er-Jahre fallen.

„Wir brechen das Klimaschutzgesetz jeden Tag“

Auch 2021 verzeichnen wir Wetter-Rekorde. So erreichte die Temperatur im März auf der Schmittenhöhe +14 Grad – und das auf über 2.000 Höhenmetern. Klimaexperte Wadsak sieht Österreichs Gletscher schon verloren. Er sagt: „Die Gletscher werden am Ende des Jahrhunderts nicht mehr oder nur in Ansätzen existieren.“

Doch solche Aussichten ändern offensichtlich wenig daran, dass wir noch immer täglich 100 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre blasen. „Wir brechen das Klimaschutzgesetz jeden Tag aufs Neue, weil wir mehr Emissionen haben als wir haben dürfen“, sagt Wadsak.

Machen wir weiter wie bisher, werden wir das 1,5-Grad-Ziel schon in den 2040er-Jahren verfehlen. Im Pariser Klimaschutzabkommen war 2015 vereinbart worden, den globalen Temperaturanstieg auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. Lösen wir diese Vereinbarung nicht ein, fallen nicht nur die Gletscher dem menschengemachten globalen Temperaturanstieg zum Opfer. Es wird zunehmend ungemütlich auf der Erde. Extreme Trockenheit, Waldbrände, Wirbelstürme, Hochwasser oder Krankheiten wie das West-Nil-Virus, das es 2018 bis nach Bayern geschafft hat, werden sich häufen. In Österreich gab es 2015 über 1.000 hitzeassoziierte Übersterblichkeitsfälle. 2050 könnten es bis zu 6.000 jährlich werden.

Flatten the curve

Wenn wir jetzt nichts unternehmen, wirken Selbstverstärkungsmechanismen und die Erderwärmung wird zum Selbstläufer. 250 Millionen Tonnen CO2 haben australische Buschfeuer im letzten Jahr zusätzlich in die Atmosphäre eingebracht. Das ist fast die Hälfte der Emissionen, die das Land an sich schon jährlich ausstößt. Die Krux: Die Wälder brennen, weil es heißer wird und dadurch wird es nur noch heißer. Wetter-Experte Wadsak sagt: „Wir können die Erwärmung nicht mehr stoppen oder rückgängig machen.“ Wohl aber können wir sie verlangsamen. Das COVID-19-Credo „flatten the curve“ gilt auch für den Klimawandel.

Das Bewusstsein für den Klimaschutz ist jedenfalls da. In einer weltweiten Befragung von einer Million Menschen hielten zwei Drittel den Klimawandel für einen globalen Notfall. Doch was tun? Die Wissenschaft ist sich fast hundertprozentig einig: Die aktuelle globale Erwärmung ist vom Menschen gemacht. Wir müssen also bei uns ansetzen und bei den alltäglichen Dingen. Auf das Auto verzichten, Kurzstreckenflüge vermeiden, weniger Fleisch essen, zu Bioprodukten aus der Region greifen, die Heizung runterdrehen oder den Standby-Modus vermeiden.

Unsere digitale Plattform CARMA (Carbon Manager) hilft Unternehmen genau mit solchen Maßnahmen, um ihren Klima-Fußabdruck zu senken (hier einen unverbindlichen Demo-Termin für CARMA reservieren). Zudem baut Glacier auf dem Bewusstsein der Mitarbeiter*innen auf. Mit dem Aktionstag „Climate Impact Day“ sensibilisieren wir sie weiter für das Thema und inspirieren sie, aktiv zu werden. Und im Rahmen von Weiterbildungsmöglichkeiten wie der Climate Ranger Academy lernen sie von Expert*innen.

Nur 5 Grad trennen uns von der letzten Eiszeit. Das zeigt, dass jedes Grad zählt. Heute sind wir dem 1,5-Grad-Ziel schon gefährlich nahe. Es wird nach wie vor zu wenig getan. Doch wir sind dabei, das zu ändern.

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Bild & Copyright:
Photo by United States Geological Survey (USGS) on Unsplash.com
It is easy to see from this image why people have been drawn to the Nile River in Egypt for thousands of years. Green farmland marks a distinct boundary between the Nile floodplain and the surrounding harsh desert.

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