So klappt’s mit der klimaneutralen Veranstaltung

Andreas Tschas
CEO und Co-Founder
07. Dezember 2021

Glacier’s Climate Impact Day

Bei Glacier haben wir uns von Anfang an dazu verpflichtet, klimaneutral zu sein – nicht nur weil wir ein Klima-Start-up sind, sondern weil es das Richtige für uns als Unternehmen und für unseren Planeten ist. Deshalb haben wir alles daran gesetzt, den CO2-Fußabdruck unseres Climate Impact Day soweit wie möglich zu minimieren und den Aktionstag zu einer klimaneutralen Veranstaltung zu machen.

Dafür haben wir das Österreichische Umweltzeichen für Green Meetings erhalten. Für die Zertifizierung müssen Veranstalter*innen bestimmte Anforderungen in Bezug auf Mobilität, Veranstaltungsort, Unterkunft, Verpflegung, Material, Abfallmanagement sowie soziale Aspekte und Kommunikation erfüllen.

Das Österreichische Umweltzeichen für Green Meetings

Trotz aller Maßnahmen bleiben manche Emissionen aber unvermeidbar. Dazu gehörten in unserem Fall etwa die Mobilität der Offline-Teilnehmer*innen, der Livestream oder das Catering. Um diese Emissionen zu ermitteln und um herauszufinden, wie wir uns künftig weiter verbessern können, haben wir den CO2-Fußabdruck des Climate Impact Day berechnet. Die unvermeidbaren Emissionen haben wir anschließend durch hochwertige Kompensationen ausgeglichen.

Es ist durchaus eine Herausforderung, die Emissionen von Unternehmensveranstaltungen möglichst gering zu halten. Um anderen dabei zu helfen, teilen wir hier einige Erkenntnisse, die wir bei der Organisation des Climate Impact Day gesammelt haben. Damit wollen wir andere motivieren, ihre eigene klimaneutrale Firmenveranstaltung auszurichten – ganz egal ob Kundenempfang, mehrtägige Konferenz oder Weihnachtsfeier für die Mitarbeiter*innen.

Wie haben wir den CO2-Fußabdruck des Climate Impact Day reduziert?

Um unsere Kohlenstoffemissionen zu minimieren, haben wir eine Reihe von Maßnahmen in den Bereichen Mobilität, Location, Material, Abfallmanagement und Catering umgesetzt. Die folgenden drei waren dabei am wirkungsvollsten:

1. Wahl einer klimafreundlichen Location:

Der Climate Impact Day wurde via Livestream aus dem Museum für angewandte Kunst (MAK) Wien übertragen. Das Museum ist nicht nur ein beeindruckendes historisches Gebäude. Es hat auch zwei wesentliche klimarelevante Vorteile:

2. Durchführung einer Hybrid-Veranstaltung:

Der Aktionstag wurde als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt. Es gab zwar die physische Veranstaltung im MAK, die meisten Redner*innen, Expert*innen sowie Unternehmen und ihre Mitarbeiter*innen waren jedoch per Livestream zugeschaltet. Das verringerte den Mobilitätsbedarf und damit die CO2-Emissionen erheblich. Vor allem Personen aus anderen Teilen Österreichs und dem Ausland reisten nicht extra an und vermieden damit unnötige Wege.

3. Vegetarisches Essen am Veranstaltungsort:

o Fleischkonsum ist problematisch, denn die Viehzucht trägt in hohem Maße zu den Treibhausgasemissionen bei. Das Publikum am Veranstaltungsort bekam daher ausschließlich vegetarische und vegane Gerichte angeboten.

o Viele der teilnehmenden Unternehmen ermutigten ihre Mitarbeiter*innen, den Aktionstag zu einem fleischfreien Tag zu machen. Viele Kantinen kochten an diesem Tag rein vegetarisch.

4. Abfallentsorgungssystem:

Für die Offline-Veranstaltung nutzten wir das effiziente Abfallmanagementsystem des MAK. Auch die teilnehmenden Unternehmen riefen wir dazu auf, Maßnahmen zur Abfallreduzierung und -bewirtschaftung zu ergreifen. Um sie dabei zu unterstützen, bekamen sie von uns einen Leitfaden mit ausführlichen Infos.

Um die, durch die Offline-Veranstaltung erzeugte Abfallmenge zu begrenzen, haben wir ein nachhaltiges Bühnendesign verwendet. Die Bühne wurde mit Papier der Firma PaperTown gebaut und wird für die nächste Ausgabe unserer Veranstaltung wiederverwendet werden.

Foto: Tim Dornaus

Wie hoch war der tatsächliche CO2-Fußabdruck des Climate Impact Day?

Die Green-Meeting-Zertifizierung allein war uns nicht genug. Uns war es auch wichtig, den CO2-Fußabdruck unserer Veranstaltung zu kennen und die Auswirkungen unserer Reduktionsmaßnahmen zu bewerten. Damit wollten wir unvermeidbare Emissionen kompensieren und unsere Emissionen bei der nächsten Veranstaltung weiter reduzieren.

Um den CO2-Fußabdruck des Aktionstages zu berechnen, haben wir vier Schritte gesetzt:

  1. Identifizieren der relevanten Daten
  2. Sammeln der benötigten Daten
  3. Berechnen des Fußabdrucks
  4. Interpretation der Daten

Wenn wir uns die relevanten Aktivitäten ansehen und dabei die Emissionen der Kategorien Scope 1, Scope 2 und Scope 3 berücksichtigen, so hat der Climate Impact Day 2021 weniger als eine Tonne CO2-Emissionen verursacht. Insgesamt erzeugte die Veranstaltung 970 Kilogramm CO2.

Seid ihr mit der Einteilung in Emissions-Kategorien (Scopes) nach dem Greenhouse Gas Protocol nicht vertraut, findet ihr hier weitere Informationen dazu.

Um die CO2-Bilanz unserer Veranstaltungen kontinuierlich zu verbessern, haben wir analysiert, woher die Emissionen kommen:

Der Veranstaltungsort und die Mobilität hatten den größten Anteil am CO2-Fußabdruck. Das überrascht vielleicht wenn man bedenkt, dass es sich um eine hybride Veranstaltung handelt, die an einer klimabewussten Location stattfand. Aber: Wie groß wäre unser CO2-Fußabdruck wohl gewesen, wenn der Aktionstag ohne jede Reduktionsmaßnahme und komplett offline stattgefunden hätte? Wären alle Redner*innen vor Ort gewesen und hätten wir auf Video-Streaming verzichtet und unserem Publikum Fleischmahlzeiten angeboten, so wäre der CO2-Fußabdruck der Veranstaltung vier Mal so hoch gewesen – ein bedeutender Unterschied.

Die Kompensation der verbleibenden Emissionen

Weil wir klimaneutral sein wollen, haben wir unsere verbleibenden Emissionen durch hochwertige Kompensationen ausgeglichen. Außerdem haben wir beschlossen, die Emissionen unserer Veranstaltung um 20% zu überkompensieren. Insgesamt kauften wir 1,2 Tonnen Kompensationsmittel, die den folgenden Projekten im Portfolio des Anbieters patch.io zugute kommen:

Wie plant auch ihr eure erste klimaneutrale Veranstaltung?

Egal ob intern oder extern, Unternehmen richten jedes Jahr eine Reihe von Veranstaltungen aus. Entscheiden sie sich dazu, daraus grüne oder klimaneutrale Veranstaltungen zu machen, verringern sie nicht nur ihren CO2-Fußabdruck. Sie verschaffen sich auch einen Vorteil gegenüber Mitbewerber*innen und beeindrucken die eigenen Mitarbeiter*innen.

Ihr wollt eure Veranstaltung klimaneutral gestalten aber wisst nicht, wo anfangen? Wir haben eine Liste von Maßnahmen zusammengestellt, die Unternehmen umsetzen können, um die Klimaauswirkungen ihrer Veranstaltungen zu verringern:

1. Bezieht die CO2-Reduktion in die Planung der Veranstaltung ein:

  • Analysiert frühere Veranstaltungen: Findet heraus, woher bei früheren Veranstaltungen die meisten Emissionen kamen: Mobilität, Essen, Location …

2. Berechnet den CO2-Fußabdruck eurer Veranstaltung:

  • Ermittelt und sammelt die notwendigen Daten: Um den CO2-Fußabdruck eurer Veranstaltung berechnen zu können, müsst ihr die nötigen Daten vor und während der Veranstaltung erheben.
  • Identifiziert die Hauptquellen der Emissionen: Die Berechnung des CO2-Fußabdrucks eurer Veranstaltung hilft euch, die Auswirkungen der gesetzten Reduktionsmaßnahmen abzuschätzen und zu verstehen, worauf ihr euch in Zukunft konzentrieren solltet.

3. Kompensiert die verbleibenden Emissionen:

  • Kompensiert nur jene Emissionen, die tatsächlich unvermeidbar sind.
  • Kauft seriöse CO2-Zertifikate: Es gibt viele Möglichkeiten, Kompensationsprojekte zu unterstützen. Nur wenige von ihnen mildern den Klimawandel allerdings wirklich. Um wirklich sicher zu sein, dass es sich um seriöse Projekte handelt, achtet darauf, dass die Kompensationsprojekte nach anerkannten Standards (z. B. PAS2060) zertifiziert sind.

Wenn ihr klimaneutrale Events veranstalten möchtet, euch aber nicht sicher seid, wie ihr Reduktionsmaßnahmen im Unternehmen umsetzen oder euren CO2-Fußabdruck berechnen könnt, ist Glacier für euch da!

Kontaktiert uns einfach über die Website oder per Mail an hello@glacier.eco.

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